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Die Schwarze Kirche  / Klassen I – IV

By 17 April 2023No Comments

Die Schwarze Kirche befindet sich im Herzen Kronstadts. Sonntags kommen die Gläubigen in diese Kirche, um zu beten, und in der übrigen Zeit wird sie von Touristen besucht und bewundert.

Wie alt ist die Schwarze Kirche? Die Kirche wurde zwischen 1380 und 1476 erbaut. Steinmetzen aus Kaschau (Stadt in der heutigen Slowakei) bauten einen großen Teil der Kirche. Sie benutzten ein zangenartiges Werkzeug, um die Steinblöcke zu heben, weshalb die einzelnen Bauquader der Außenmauern kleine Vertiefungen aufweisen.

Eine bekannte Legende erzählt von einem Lehrling, der, obwohl erst 12 Jahre alt, viel begabter war als sein Meister. Sein Meister stieß ihn aus Eifersucht vom Dach. Die anderen Lehrlinge errichteten an der Stelle, von der er gestürzt war, eine Skulptur zu seinem Andenken. Heute wissen wir, dass diese Erzählung eine Legende des 19. Jahrhunderts ist. Die originale Statue wurde in die Kirche gebracht, damit sie vor Wind und Wetter geschützt bleibt, und eine in den 1980er Jahren geschaffene Kopie steht jetzt an ihrer Stelle auf der Außenmauer.

Wo saßen die Menschen im Gottesdienst? Während des Gottesdienstes saßen die Frauen und Kinder inmitten der Kirche, während die Männer in rundherum angeordneten Bänken Platz nahmen – die wir „Gestühle” nennen. Die Handwerker gehörten zu verschiedenen Zünften und jede Zunft besaß ihr eigenes Gestühl. Zünfte sind Vereinigungen von Handwerkern, die den gleichen Beruf ausüben, zum Beispiel: Zimmerleute, Schmiede, Schlosser, Kürschner. In der Kirche befinden sich bemalte Holztafeln, auf denen die Zunftzeichen abgebildet sind. Das Zunftzeichen der Zimmerleute enthält beispielsweise einen Zirkel, ein Lineal und eine Hobel (Werkzeuge für die Holzbearbeitung). Vor jedem Gottesdienst bereiteten die Lehrlinge der Zünfte die Gestühle für die Meister vor. Sie schmückten diese mit Fellen, Kerzen, Fahnen und Teppichen.

Die Teppiche, die wir in der Kirche finden, wurden von Händlern aus Anatolien (der heutigen Türkei) mitgebracht. Sie wurden in Siebenbürgen dazu verwendet, die Kirchen zum Lobe Gottes zu schmücken.

Warum nennen wir sie die Schwarze Kirche? Im Jahr 1689 gab es in der ganzen Stadt einen großen Brand. Er wurde wahrscheinlich in einer der vielen Werkstätten verursacht, vielleicht in der Werkstatt eines Schmieds. Die Flammen breiteten sich schnell in ganz Kronstadt aus, und auch die Kirche wurde in Mitleidenschaft gezogen. Der brennende Dachstuhl stürzte ins Innere des Gebäudes, so dass das Innere ausbrannte und nur noch die Außenmauern stehen blieben. Sie wurden von den Flammen geschwärzt, und deshalb ist die Kirche heute als Schwarze Kirche bekannt.